Geschichten berühren... by D.S. Felix

Sprache ist ein System der Codierung

Die Aussage: „ Sprache ist ein System der Codierung“, klingt fast banal, nichts desto trotz verbirgt sich dahinter fast unendlich viele Möglichkeiten der Bedeutung und Erkenntnis. Manchen Menschen ist dieses System zugänglich, aber selten in seiner vollständigen Vielfalt, meist bleiben bestimmte Bereiche nur partiell zugänglich. 

Jeder, der sich mit Sprache oder gar Sprachen auseinandersetzt, weiß, dass es harmlose, unbedeutend scheinende Worte gibt, hinter denen nicht viel steckt, allerdings gibt es genauso ungeheuer mächtige Worte, die in der Lage sind, den Kosmos eines ganzen Systems im Bewusstsein dessen hervorzurufen, der diese Worte hört, liest oder aus sich heraus denkt. 

Ausdrucksmöglichkeit der Beschreibung

Doch wie kann man beginnen, dieses Ganze, das aus unendlich vielen Teilen besteht, in den Kopf zu bekommen und zu benutzen? Wenn mächtige Worte fehlen, muss man beginnen das, was im Kopf ist im Detail mit den bestehenden Möglichkeiten zu beschreiben. Wer kennt das nicht, dass man etwas mitteilen möchte und an der Ermangelung der passenden Worte beschreibt. Es ist nicht leicht sich verständlich zu machen und je mehr Beschreibungen herangezogen werden, desto sperriger und schwerer verständlich wird es für das Gegenüber oder den Leser. 

Gemeinsamkeiten und Verständigung

Außerdem muss man Worte, die man selbst kennt, aber der Adressat vielleicht nicht versteht, erläutern, sonst kann die Kommunikation und der Austausch nicht gelingen. Diese Schwierigkeit erleben wir alle immer wieder, auch diejenigen, die das System der Sprache mit ihren Codierungen gut kennen. Denn es geht darum einen gemeinsamen Nenner zu finden. 

Der Wille zu verstehen

Man muss verstehen, dass wir in einem babylonischen Wirrwarr der Worte und Sprachen leben, das auf Basis unterschiedlicher Bildungsgrade, verschiedenster Interessen und Spezialisierungen sowie inkompatibler Sozialisierungen eine Verständigung oberhalb des Trivialen kaum mehr ermöglicht. Jedes Wort kann eine Menge an Assoziationen hervorrufen, die weit über das Wort hinausgehen. Da müssen beide, der Sprecher oder Schreiber genauso wie auch das Gegenüber, sich verstehen wollen, sonst ist jede Kommunikation zum Scheitern verurteilt. 

Beispiel Auto

So ist ein Auto natürlich ein Ding zur Fortbewegung, aber dahinter steckt neben der technischen Entwicklung, der Bedeutung für die Mobilität auch ein großes Spektrum an gesellschaftlichen Aspekten, wie die des Status oder aber philosophische Gedanken, wie beispielsweise den der Freiheit, um nur einen Aspekt zu nennen. Sicher gibt es auch Menschen, die sofort an die Umwelt und Klimawandel oder Weihnachtsmärkte denken. Was man assoziiert und wie man das Wort Auto in seinem persönlichen Leben versteht, hängt von unzähligen Dingen ab, die das Gegenüber selten vollständig begreift oder auch nur kennt. 

Aktivierung der Systeme und Codierungen 

Die Sprachfähigkeiten des Einzelnen sind immer unterschiedlich, aber jeder kann sich selbst verbessern, dazu gehört die regelmässige Lektüre, genauso wie die verbale Auseinandersetzung mit seinen Mitmenschen. Je vielseitiger der Input, desto größer wird das das Spektrum der Codierungen. Der Wechsel zwischen den Sprachen ist ebenfalls eine gute Sache, um die Fähigkeiten zu erweitern und die Flexibilität zu erhöhen. 

Muttersprache oder Fremdsprache

Es ist einerlei, ob die Kommunikation zwischen Muttersprachlern oder Sprechern unterschiedlicher Sprachen stattfindet, die Ausgangssituation ist identisch: Ohne den Willen sich zu verstehen, wird es nicht gelingen können und das verlangt von beiden den guten Willen. 

Ein Kommentar

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