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Glossar – Wortsammlung

Homeoffice, Heimarbeit, Hausarbeit und Hausaufgaben

Aktuell wird viel über Homeoffice gesprochen, der Begriff scheint allen klar zu sein, doch ist er das wirklich. Wenn es daran geht den aus dem Englischen kommenden Begriff ins Deutsche zu übertragen oder zu übersetzen, dann wird es schwierig. Oft kommen Begriffe wie Heimarbeit, Hausarbeit und Hausaufgaben ins Gespräch, aber diese Begriffe haben eine andere Bedeutung. Im Folgenden werden die Begriffe Homeoffice, Heimarbeit, Hausarbeit und Hausaufgaben näher erklärt. 

Homeoffice

Der Duden empfiehlt den Begriff Homeoffice in einem Wort zu schreiben, aber man kann ihn auch trennen und Home-Office benutzen. Die Bedeutung geht auf die neue und durch die Corona-Pandemie veränderte Arbeitsrealität vier Büros zurück. Das heißt, Homeoffice ist ein mit Rechner und Kommunikationstechnik ausgestatteter Arbeitsplatz im eigenen Zuhause, also ein Büro im eigenen Haus oder der Wohnung. Homeoffice findet digital bzw. online statt, um den direkten Kontakt zu Kollegen und Kunden zu vermeiden.

Heimarbeit

Heimarbeit dagegen bezieht sich im Unterschied zu Homeoffice auf handwerkliches Arbeiten im Zuhause. Die Arbeiten werden nicht am Computer verrichtet und sind praktisch, handwerklich mit dem Ziel ein fassbares Produkt herzustellen. Es handelt sich folglich um gewerbliche Arbeit, die nicht in den Betriebsräumen des Arbeitgebers, sondern für diesen in der eigenen Wohnung ausgeführt wird. Deshalb heißt es auch, etwas in Heimarbeit herstellen. 

Hausarbeit

Hausarbeit ist ein weiterer Begriff, der gerne mit Homeoffice verwechselt wird. Hausarbeit hat zwei Bedeutungen, einerseits umfasst es die im Haushalt anfallenden Arbeiten, wie zum Beispiel: Aufräumen, Putzen, Waschen, Kochen und verschiedene weitere Tätigkeiten. Andererseits umfasst Hausarbeit auch schriftliche Arbeiten, die von einem Schüler oder Studenten zu Hause angefertigt werden. 

Hausaufgaben

Hausaufgaben sind vom Lehrer in der Schule aufgegebene Arbeiten, die die Schülerinnen und Schüler zu Hause erledigen müssen. Hier liegt der Fokus auf dem Kontrast zwischen Aufgaben und Arbeiten, die entweder in der Schule oder im Zuhause erledigt werden müssen. 

Momentan verändert sich der Alltag und das Tätigkeitsspektrum vieler Menschen enorm. Die Corona-Pandemie zwingt uns zum Schutz von uns selbst und anderen Menschen viele Tätigkeiten nun Zuhause zu verrichten. Der persönliche und direkte Kontakt wird schwierig und als Gefahr betrachtet, das führt zu einer Zweiteilung der Welt in ein analoges Dasein und eine digitale Realität. Kurz es wird zwischen analog und digital unterschieden. 

 

Job, Beruf, Arbeitsplatz, Arbeitsstelle und Arbeit

Unser Alltag wird von unzähligen Anglizismen bestimmt. Klar, Englisch ist aktuell die Fremdsprache, die gebildete Menschen sprechen müssen, wenn sie erfolgreich im Leben sein möchten. Wer als gebildet gelten möchte benutzt deshalb Anglizismen. 

Das ist soweit in Ordnung, aber man sollte immer darauf achten, dass man die Bedeutung der benutzten Worte und Begriffe auch kennt. Allerdings gilt es als unhöflich, Anglizismen und Fremdworte zu benutzen, wenn klar ist, dass das Gegenüber diese nicht versteht. Außerdem sollten nicht zu viele Anglizismen benutzt werden, sonst wird man schnell als Angeber oder Aufschneider betrachtet und dementsprechend nicht ernstgenommen. Der Tipp deshalb, benutzt Anglizismen, aber mit Bedacht. 

Es gibt kaum einen Bereich, in dem es keine Fremdworte gibt, die nicht aus dem Englischen stammen. Hier soll heute der Begriff Job näher betrachtet werden, dazu wird der Begriff Job in Bezug zu Beruf, Arbeitsstelle, Arbeitsplatz und Arbeit gestellt. 

Job

Das Wort Job ist ein Begriff, der je nach Gebrauch verschiedene Konnotationen haben kann. In gewisser Weise macht ihn diese Allgemeingültigkeit wenig präzise, nichts desto trotz wird er sehr gerne benutzt. Ein Job kann so der erlernte Beruf sein, in dem man arbeitet, genauso ist es aber auch möglich, dass es eine Anstellung ist, der man zum Gelderwerb nachgeht, aber nicht erlernt hat. Es muss weder eine Berufung vorliegen, noch eine Qualifikation. Das schmälert seine Bedeutung und macht den Job austauschbar. 

Beruf

Der Beruf bezeichnet eine erlernte Tätigkeit, die ein Mensch mit dem Ziel seinen Lebensunterhalt zu bestreiten ausübt. Viele Berufe werden in einer Ausbildung erlernt, das heißt, es wird zur Befähigung entweder ein Studium oder eine Berufsausbildung absolviert. Die Qualifikation wird durch eine Prüfung unter Beweis gestellt. Zudem ist ein Beruf etwas, das die Person als Individuum von seinem Gegenüber unterscheidet, gerade weil der Beruf einer persönlichen Entscheidung folgt. 

Nach dem Duden gibt es zwei Bedeutungen, einerseits die erlernte Arbeit, eine Tätigkeit, mit der jemand sein Geld verdient, die sogenannte Erwerbstätigkeit. Daneben wird von der Berufung gesprochen, das ist eine Art innere Bestimmung, eine Begabung oder Veranlagung, die man nutzt. Als Synonyme werden Arbeit, Amt, Anstellung und Arbeitsfeld genannt. 

Arbeitsstelle und Arbeitsplatz

Ein Arbeitsplatz oder eine Arbeitsstelle deutet immer auf ein Angestelltenverhältnis hin, in anderen Worten, hier handelt es sich um die Position in einer Firma oder einem Unternehmen, die eine Person ausfüllt. Diese Personen sind sogenannte Angestellte, Ihnen wird in einem Komplex eine Aufgabe zugewiesen, die sie oft mit anderen Angestellten zusammen ausfüllen. Angestellte haben eine begrenzte Verantwortung und Selbstbestimmung, dafür haben sie jedoch mehr Schutz und Sicherheit.  

Arbeit 

Unter Arbeit wird meist eine Anstellung oder ein Amt verstanden, diese Tätigkeit ist damit ein weiteres Synonym für Arbeitsstelle oder Arbeitsplatz. Aber Arbeit kann auch synonym mit Job verwendet werden. Der Begriff ist sehr allgemein und damit auch offen. Arbeit ist vermutlich die beste Übersetzung für Job ins Deutsche. 

 

Ferien – Urlaub

Die Schulferien sind nun schon fast für alle Schüler vorbei und was das neue Schuljahr bringt ist noch offen. Ein Grund mehr einmal über die Begriffe Ferien und Urlaub nachzudenken.

Unterscheidet Ihr zwischen den Begriffen oder seht Ihr darin Synonyme? 

Laut Duden sind Ferien einzelne freie Tage, der Begriff kann aber auch als Synonym für Urlaub verwendet werden. Das Wort existiert bereits seit dem 16. Jahrhundert, es kommt von dem Lateinischen feriae, was soviel bedeutet wie Feiertage, Festtage, damals war es ein rechtlicher Begriff für Schulen und die freien Tage in Schulen wird der Begriff noch nicht so lange verwendet. 

Und wie verhält es sich mit dem Begriff Urlaub? Das Wort wurde von Erlauben und Erlaubnis angeleitet, es umfasste die Erlaubnis wegzugehen, die ein in der Hierarchie Höherstehender jemandem gibt. Das Wort beschreibt dementsprechend die zeitweise Freistellung von Aufgaben und Pflichten, oder anders ausgedrückt, es bringt zum Ausdruck, dass eine Person freie Tage zur Erholung  hat. Dieser Begriff geht auf das Militär und Soldaten zurück. 

Das ist doch interessant oder? Persönlich dachte ich immer, dass der Begriff hauptsächlich für Schulen verwendet wird, heute ist das sicher korrekt, früher war es also nicht so. Das heißt also, Ferien ist ein Begriff, der aus dem juristischen Bereich kommt und Urlaub hat einen militärischen Ursprung. Nach meinem Sprachempfinden wird Urlaub für berufstätige Erwachsene verwendet und Ferien ehr für Schüler, aber beide Begriffe können synonym verwendet werden. 

Das Deutsche ist eine Sprache in der es viele zusammengesetzte Begriffe gib und deshalb sollen hier verschiedene Beispiele genannt werden. 

Ferien: Sommerferien, Herbstferien, Weihnachtsferien, Winterferien, Osterferien, Pfingstferien, aber Frühlingsferien gibt es nicht, theoretisch könnte man das Wort benutzen, aber es ist nicht gebräuchlich. 

Urlaub: Sommerurlaub, Winterurlaub, Jahresurlaub, Mutterschaftsurlaub, aber Feiertage wie Weihnachten, Ostern und Pfingsten haben keine gebräuchliche Verbindung mit Urlaub, stattdessen benutzt man Weihnachtsfeiertage, Osterfeiertage oder Pfingstreise. 

 

Cancel Culture und online Shaming

Cancel Culture bezieht sich auf die Mode Personen, die im Rampenlicht stehen, Bekanntheit genießen oder in der Öffentlichkeit Einfluss haben, die Unterstützung zu entziehen. Der Grund dafür liegt meist in der Vergangenheit, nach aktuellen Maßstäben wird das damalige Verhalten als nicht korrekt empfunden. Diese Diskussionen und Äußerungen finden online auf social media Plattformen statt. Fakten und Tatsachen werden genauso wenig berücksichtigt, wie es keine objektive Einordnung und keinen fairen Prozess gibt. Damit werden Menschen als Individuen gewählt und ohne rechtliche Grundlage angeprangert. Es geht dabei nicht um die Wahrheitsfindung als vielmehr darum einen Menschen zu brechen, seine Existenz zu zerstören und Rache zu üben. Die Beweggründe werden hierbei oft als moralisch bezeichnet. 

Online Shaming oder Public Shaming hat die öffentliche Erniedrigung zum Ziel. Es werden dazu alle Arten von Informationen herangezogen, aber sie werden weder geprüft noch müssen sie wahr sein. Das Ziel der Aktion ist ein öffentliches Anprangern. Der Pranger des Mittelalters hat damit seinen Weg ins Internet gefunden. Immer wieder werden Neid und Rache als wahre Beweggründe entlarvt, allerdings hilft das den betroffenen Personen oft wenig. 

Sowohl Cancel Culture als auch Online Shaming sind Begriffe, die weniger auf Tatsachen basieren, als auf Empfindungen beruhen und die durch starke mediale Präsenz und online auf verschiedenen Plattformen und in social media bekannt und verbreitet werden. 

REIN-GE-FUCHS-T EIN GLOSSAR UND WORTSAMMLUNG

rein-ge-fuchs-t wird ein Glossar oder Wörtersammlung. Sprache ist nicht statisch, sondern unterliegt ständigen Veränderungen und Entwicklungen. Das erfordert von Sprache und Sprecher eine enorm hohe Flexibilität. Im Alltag werden wir uns dieser Tatsache selten bewusst, doch beim Lesen oder Schreiben fallen uns die Feinheiten auf.

Sprache als Kommunikationsmittel wird kontinuierlich den neuen Gegebenheiten angepasst, Einfluss darauf haben vielfältige Aspekte, dazu gehören beispielsweise Trends, Moden, gesellschaftliche Entwicklungen, An- und Einsichten, wie auch einschneidende Ereignisse.

Damit bildet Sprache gleichzeitig aktuelle Entwicklungen, Meinungen und das Denken der Menschen ab. Diese Tatsache erfordert, dass die Menschen sich der Sprache bewusst sind und diese immer wieder neu bewerten. Da es in diesem Zusammenhang einerseits zu neuen Bedeutungen und Definitionen von bestimmten Worten und Begriffen kommt, und andererseits neue Begriffe und Worte erfunden werden, sollen diese hier zusammengetragen werden.

Das Ziel ist es ein erklärendes Glossar zu entwickeln, es soll langsam Wort für Wort im Laufe der Zeit zusammengetragen werden.

An dem Titel des Glossars soll die Vorgehensweise, wie ein Wort oder Begriff erklärt und eingeordnet wird, gezeigt werden. Dazu werden drei Aspekte mittels der Herleitung, Bedeutung und der Einordnung beleuchte. Bei der Herleitung, wird geguckt, um welche Art Wort es sich handelt und wie es normal benutzt wird. Daraufhin werden die Bedeutungsmöglichkeiten des Wortes erörtert, die mit einer Definition endet. Im Anschluss wird geschaut, wie sich die Bedeutung des Wortes möglicherweise verändert hat und wie es aktuell verwandt wird. Ein kleiner Tipp noch: Hilfreiche Nachschlagewerke, sind beispielsweise der duden.de oder auch openthesaurus.de. Jedes Nachschlagewerk hat eine Art Gebrauchsanweisung, die erklärt, wie das Buch zu nutzen ist und was verwendete Abkürzungen bedeuten. 

Für das Wort „reingefuchst“ heißt das: 

Herleitung

Der Begriff reingefuchst ist zunächst ein zusammengesetztes Wort. Es besteht aus rein, ge, Fuchs und t. Rein ist ein Partikel, das entweder ein Adjektiv sein oder wie ein Präfix verwendet werden, rein-ge-fuchs-t. Das Präfix GE und das Suffix T sind Indikatoren für das Perfekt, es handelt sich bei reingefuchst dementsprechend um ein Partizip Perfekt. 

Bedeutung und Bedeutungswandel 

Auf der Bedeutungsebene kann festgestellt werden, dass rein als Adjektiv auf absolute Sauberkeit verweist, als Präfix bezieht es sich auf ein Absolut oder auf etwas im Inneren, also hinein, herein oder nach innen. Letzteres scheint hier der Fall zu sein. Der andere Teil mit einer inhaltlichen Bedeutung ist Fuchs, es bildet den Wortstamm. Der Fuchs ist ein Tier, dem viele Eigenschaften zugeschrieben werden, dazu gehört Weisheit und Schläue, aber auch der Hinterlist. Diese Tatsache wird beispielsweise in Goethe’s Reineke Fuchs dargelegt. 

In Wörterbüchern und Nachschlagewerken steht, dass reingefuchst ein umgangssprachliches (ugs.) Wort ist. Es bedeutet: Profi sein / jetzt wissen, wie es gemacht wird / den Bogen oder Dreh raushaben / eingearbeitet. 

Einordnung

„rein-ge-fuchs-t bedeutet also so viel wie eingearbeitet, diejenige Person, die sich dieser Prozedur unterzogen hat, weiß nun, als Resultat der Tätigkeit, was, wie gemacht wird, hat somit den Dreh raus. Das Wort ist ein bildlicher und auch umgangssprachlicher Begriff, der aktuell nicht sehr modern ist und wenig gebraucht wird.